NS - Dokumentationszentrum in München, Briennerstraße
Begrenzt offener Realisierungswettbewerb

Der Wettbewerbsvorgabe, den Baukörper des neuen Dokumentationszentrums auf das Volumen des im Krieg zerstörten Braunen Hauses zu beschränken wird prinzipiell entsprochen. Mit der Positionierung des zentralen Ausstellungs- und Informationsbereiches auf der obersten Ebene wird diese Vorgabe jedoch bewusst überschritten. Das neue Haus behauptet sich in der Folge als städtebaulich ebenfalls wichtiges Volumen zwischen den mächtigen Baukörpern von ehemaligem Führerbau und Verwaltungsbau der NSDAP (jetzt Staatliche Hochschule für Musik und Theater beziehungsweise Zentralinstitut für Kunstgeschichte). Durch die exponierte Lage des zentralen Ausstellungsraums sind die geforderten Bezüge und Sichtbeziehungen in den umgebenden Außenraum und in die historische Topographie optimal gegeben. Der auskragende Gebäudeteil definiert darüber hinaus einen qualitätvollen Vorplatz mit direktem Bezug zum ehemaligen Ehrentempel sowie gleichzeitig den eindeutigen Zugang zum neuen Dokumentationszentrum.

Materialität : Die Textur der Außenwände setzt sich deutlich von den Fassaden der Bauten aus der NS – Zeit ab und bezieht sich darüber hinaus auf gebaute Zeugnisse herausragenden Umgangs mit den zerstörerischen Auswirkungen der Nazidiktatur wie beispielsweise die nahegelegene Alte Pinakothek von Leo von Klenze und Hans Döllgast.

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